Schreiben von Herrn Grineisen vom 26.04.1887
@Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Schreiben von Herrn Grineisen vom 26.04.1887
Volkmarsen, den 26. 4. 1887
Herrn Keßler Wohlgeboren Freienohl
Soeben die Inschrift erhalten, ist aber sehr viel. Wie ist es mit der Vergoldung? der Schriften, im Vertrage ist davon keine Rede und bin ich darin nicht verpflichtet dieses noch auszuführen für den verabredeten Preiß, inständig habe ich es geglaubt, bis ich jetzt den Vertrag nachsehe, da finde ich nichts davon, geschehen muß es aber, und im Freien hat es schlechte Art, auch muß der Stein trocken dazu sein. Deshalb ist es jetzt am besten, wenn es hier sofort besorgt wird, bitte Sie deshalb, mir, nachdem Sie mit dem Verein darüber gesprochen haben, zu antworten, ich will es so billig machen, wie es nur möglich ist, aber unter 12 Pfennig a Buchstaben Ziefer oder Zeichen geht es nicht, geschehen (?) muß es, sonst würde man die Schrift von unten schlecht lesen können.
Das Denkmal ist sehr gut ausgefallen und bin ich der Überzeugung, dass mich Ehre davontragen werde, verdienen thue ich sehr wenig dabei, denn es kostet schließlich viel Arbeit, ich habe, trotzdem ich mit Herren darüber sprach, die Loorbeer-Kränzevon allen 4 Seiten angefertigt und sinddiese sowohl als der Hang auf dem Kapitalesehr fein anzuarbeiten, weshalb sie auch darauf sterben können, daß die Vergoldung der Schriften gemacht werden und der Preis, den ich dafür verlange, vergütet wird, auch daß diese Arbeit noch gut ausfällt, dafür stehe ich ein. Bitte aber die Fundamentarbeit in der nächstfolgenden Woche zu besorgen, da ich, wenn die Antwort hierüber nicht zu lange ausbleibt, in der 2ten Woche im Mai damit nach dort kommen werde, den Tag werde ich schon dann noch näher bestimmen.
Mit aller Hochachtung grüßt Louis Grineisen
Wie ist es mit der Einfassung? Darum? Denn ich muß doch die Wagonfracht bezahlen, diese könnte ich doch noch beiladen
Freienohl, den 29. April 1887
Anwesend; Enser, Keßler, Bracht, Korte
Sitzung des Kriegerdenkmalcomitees
Die Inschriften des Denkmals sollen nicht vergoldet, sondern mit schwarzer, witterungsbeständiger Farbe angestrichen werden
Bei Werck & Glinicke in Berlin soll der Adler Nr. 1511 links der Tafel 132 goldbronzirt zum Preis von 85 Mark beschafft werden.
Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben Enser
? , wann die Abnahme jetzt sofort erfolgte, offen gesagt, ich möchte es aus den Weg fahren, um nicht ferner sehen zu müssen, daß ich die Arbeit um Vieles zu billig bewerkstelligt habe.
Ihren gefälligen Bescheid erwartend
Grüße freundschftlich, Louis Grineisen